Der Pianist, der ein Lied für GRETA schrieb.

Jeden Abend sitzt der Mann im weißen Sakko mit dem Namensschild an dem gigantischen Bösendorfer Flügel des riesigen Marmorsaals im Hotel Imperial im Nobelbezirk Wiens. Er sieht Gäste kommen und gehen, und oft kommt es ihm vor, das gesamte Zeitgeschehen ziehe an ihm vorüber. Er hört Menschen diskutieren, sieht ob sie aufgeregt sind und bleibt doch immer hinter dem schwarzen Instrument in seiner eigenen Welt verharrend. Das ist Thomas Pleidl, der Pianist im Hotel Imperial. Aus den vielen Eindrücken, die ihn jeden Abend umspielen sind schon einige Pianoballaden und Kompositionen für das in Wien etablierte Künstlerkollektiv der Wiener Barpianisten entstanden, die auch schon in Notenheften verewigt sind und bereits andere Pianisten zum Nachspielen animiert haben.

In diesem Sommer ist in Europa viel passiert. Vieles ist auf der Straße passiert. Vieles hat man gesehen, gehört und gefühlt. Eine Person hat Thomas Pleidl besonders stark empfunden und hat ein Lied für sie geschrieben: GRETA. Das Mädchen, das in einem Segelboot den Atlantik überquerte, eine leidenschaftliche Führerin einer ganzen Generation, die Angst vor der Zukunft hat. Der Pianist hat sich in diese Panik und Leidenschaft hineingespürt und seinen Händen freien Lauf gelassen. An einem Abend. Im großen Marmorsaal des Luxushotels. Hinter seinem Klavier. In seiner Welt. An diesem Platz ist GRETA entstanden. Ein Lied, das in die Seele trifft. So wie der Aufschrei der Generation. So wie die funkelnden Augen von Greta Thunberg.

Nun spielt er das Lied jeden Abend im großen Marmorsaal. Und er fühlt wie die Leidenschaft ihn packt und wie die Melodie auch andere ansteckt. Wie Greta.

Hier ist es: